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Boomteratara

Dezember 30, 2007

So, jetzt finde ich also mal wieder etwas Zeit fuer einen neuen Eintrag…

Entschuldigt falls mein letzter Bericht sich angehoert hat, als ob es mir nicht so gut geht…Das ist nicht der Fall, auch wenn die Schere zwischen arm und reich hier schon immer gegenwaertig ist und die Balance dazwischen manchmal schwer ist. Aber wir erleben hier immer wieder viele schoene und lustige Momente die helfen, damit umzugehen.

Fuer viele Menschen gelten wir durch unsere Hautfarbe als Amerikaner, was mit Reichtum gleich gesetzt wird (auch wenn wir das im Verhaeltnis zu den meisten Filipinas und Filipinos wohl auch wirklich sind). Oft werden wir, wenn wir an Bretterbuden vorbeikommen von Kinder freudig mit „Hey Joe“ begruesst….

Gerade sind wir aus dem Mambucal Resert gekommen, eine Ferienanlage fuer Filipinos und Filipinas. Wir sind zusammen mit unseren Gastgebern hier in Bacolod gefahren. Die Bungalows lagen in einem Forest-Gebiet. Das spektakulaerste waren eigentlich die Wasserfaelle, zu denen man haette gehen koennen, aber durch einen Erdrutsch waren diese gesperrt…

Aber der umgebende Wald hinterliess dennoch einen Eindruck von „Dschungel“, hohe Baeume mit Lianen, vielen Blumen und Flughunde!

Es war schon ein beeindruckendes Schauspiel, als diese gestern Abend unter lautem Geschrei ausflogen und es dazu noch blitzte und donnerte! Kurze Zeit spaeter war der Himmel wieder sternenklar und wir konnten unser Bier beim rauschen eines Wasserfalles, gezirrpe von Grillen und gequake von Froeschen geniessen….

Heute morgen hab ich dann noch ein Bad in einer heissen Quelle genossen, auch wenn die Wassertemperatur angesichts der Aussentemperatur, nicht unbedingt noetig war….

Hab aber heute auch erzaehlt bekommen, dass der Koordinator der „relief-mission“, wofuer wir am 23 die Insel ueberquerrt haben, vom Militaer bedroht wird….

Es hat sich um Essens- und Bekleidungspakete fuer ein von Militarisierung betroffenes Gebiet gehandelt. Haeufig bedeutet die Stationierung des Militaers in einem Gebiet, dass Menschen aus ihren Haeusern vertrieben werden oder das Militaer sich ungefragt Zutritt verschafft und sich nimmt was es braucht. Fuer die Leute auf dem Land, die gerade von der Hand in den Mund leben, kann dies bedeuten, dass sie fuer ihre Familie eine Mahlzeit weniger haben.

Frueh morgends um 5 haben wir am Tag vor Weihnachten einen kleinen Truck mit den Paketen beladen und uns selbst noch irgendwie auf die Ladeflaeche gezwaengt…Dann ging es los ueber die Berge der doch wunderschoenen Insel Negros, vorbei an kleinen Doerfern, Marktstaenden…. und immer wieder ein atemberaubender Blick ueber Zuckerrohrplantagen auf die Berge und schliesslich auch aufs Meer.

In einem kleinen Dorf, mussten wir dann nochmal auf einen groesseren Truck umladen, weil unser das extrem unebene Gelaende in das betroffe Dorf wohl nicht bewaeltigt haette.

Endlich angekommen mussten wir schnell feststellen, dass wir vom Militaer umstellt waren… Vorher wurde um Polizeischutz gebeten, da die Bevoelkerung Angst vorm Militaer hatte, diese kam nur leider in Begleitung.

Da Daniel und ich vorher darum gebeten hatten nicht mit bei der Verteilung dabei zu sein, da die Menschen einen sonst schnell als die „weissen Geber“ sehen, wurden wir mit der Aufgabe betreut, Photos zu machen. Eine wohl gegenseitige Aktion.

Vielleicht da wir “ Weissen“ mit waren, so zumindest die Ansicht einiger Anwesenden, war das Militaer eher zurueckhaltend. Andere relief missions werden wohl vorher vom Militaersperren aufgehalten, oder es ist niemand da, da den Menschen mit Festnahme gedroht wird, sollten sie ihre Pakete abholen kommen…

Aber in unserem Fall konnten nach einem kurzen Snack, bestehend aus Suesskartoffeln, die Pakete an die Anwesenden uebergeben werden. In der Zwischenzeit konnten wir uns noch kurz mit Hilfe von StudentInnen, die uns begleitet haben mit ein paar sehr schuechternen Maedchen unterhalten, die nochmal schon bekanntes erzaehlten: dass sie nicht auf eine weiterfuehrende Schule gehen koennen, da sie arbeiten muessen und die Uniformen, den Schulweg…nicht bezahlen koennen und haeufig mit 14 aufwaerts heiraten….

Nachdem wir Mittag gegessen hatten und alle Pakete verteilt waren, haben wir noch einige Stunden in der Sonne gesessen und dabei auf den Truck gewartet, der uns abholen sollte (das warten ist hier nichts allzu ungweoehnliches!). Dabei haben wir ein Weihnachtslied, welches wir zuvor von Kindern aufgeschnappt haben, gesungen und dessen Ende nur aus „Boomteratara, boomteratara, terata terata, boom, boom, boom“ besteht. So konnten wir schnell mitsingen.

Wir haben jedenfalls alle amuesiert und sind amuesiert worden, besonders als ich auch noch den dazu gehoerigen Tanz beigebracht bekommen habe.

Irgenwann ist dann auch das Militaer unter unseren Boomterataras abmarschiert.

Wie wir spaeter feststellen mussten, nicht ohne unseren Truck, der im Dorf geparkt war kaputt zu machen: Als wir dorthin zurueckkamen, stellten wir fest, dass ein Reifen ausgewechselt werden muss und der Wagenheber geklaut war…

Aber das wurde dann doch schnell geregelt und wir haben uns wieder alle auf die Ladeflaeche gesetzt und sind losgefahren. Irgendwann stellte der Fahrer dann allerdings fest, dass auch versucht wurde den Motor zu zerstoeren und an der Lenkung etwas nicht in Ordnug war. Angesichts einer bergigen und kurvigen Strecke, eher unguenstig. Aber zum Glueck hatten wir einen geschickten Fahrer, der einen Unfall vermeiden konnte und uns sicher ins stehen bringen konnte. Angesichts diesen „beinahe Unfalls“ mussten wir aussteigen, es war bereits dunkel geworden… Irgendwann habe wir aber doch noch den letzten Bus nach Bacolod erwischt.

Zuhause bin ich dann todmuede ins Bett gefallen…

 Am Vormittag des 24. Dezembers haben wir mit mehreren Leuten politische Gefangene im Gefaengnis von Bacolod besucht. Die Athmosphaere und Bedingungen da, haben mich zunaechst etwas bedrueckt, was durch meine Magenkraempfe nicht besser wurde…

Abends ging es Bauch und Stimmung dann aber besser und  wir sind zur Familie von einer Freundin Hannahs gefahren und dort in eine katholische Kirche gegangen.

Es hat sich um ein kleines Dorf gehandelt. Nach einer Sekunde hatte uns wohl jeder bemerkt und irgend so ein Wuerdentraeger hat uns persoenlich begruesst, worueber ich mich haette aufregen koennen, da er das offensichtlich nur wegen unserer Hautfarbe tat.

Anschliessend sind wir mit Hilfe von Taschenlampen, ueber Trampelpfade zurueck gegangen und haben gegessen. Da wir alle sehr muede waren und Weihnachten hauptsaechlich aus Kirche besteht, sind wir schnell ins Bett gegangen. Ich bin auch waehrend der Messe beinahe schon eingeschlafen, wollte es als wie andaechtiges beten aussehen lassen, aber Daniel und Hannah haben mich durchschaut!

Beim Essen wurden wir von einer Nachbarin begleitet, die alleine war und ihre Tochter vermisst, die mit ihrem Ehemann „in die Berge gegangen ist“ und sich den „Rebellen“ angeschlossen hat. Ihr Mann wurde verschleppt, wo sie sich aufhaelt weiss keiner. So holt einen die Realitaetb eines Buergerkrieges doch immer ein.

Am 25. Dezember sind wir dann nochmal auf eine Hacienda gefahren und haben bei einer sehr netten Familie gewohnt! Da diese direkt am Meer lag, haben wir auch die Delikatessen wie Krebse, Muscheln und Schnecken kennen gelernt. Frisch vom Strand aufgesammelt und besonders letzters hat mich eher geekelt. Beim Essen eines Krebses kam bei mir im Mund auch nicht viel an, was fuer Belustigung sorgte. Fuer mich bestand alles aus Schale und ich war total ueberfordert. War darueber aber eher froh, besonders da wir vorher eine leckere Kokusnuss gegessen hatten und einem die Krebse (genau wie die Fische) halt noch angucken….

Unser Schlafpklatz war direkt ueber dem Schwein und Haehnen (fuer Hahnenkampf heran gezuechtet). Dachte morgends jetzt wirds geschlachtet, so sehr hat es gequietscht!

Die Arbeitsbedingungen der Menschen waren aber auch hier sehr hart, da nach 8 Stunden wirklich harter Arebit, noch nichtmal immer Mahlzeiten fuer die Familie garantiert sind und der Landbesitzer keine Arbeitsgeraete zur Verfuegung stellt. So muessen die Menschen auf ihre Macheten und teilweise Wasserbueffel zurueckgreifen.

Die Toilette befand sich im Feld, was ich ueberhaupt kein Problem fand, bis ich mir eingeredet habe dass es bestimmt giftige Schlangen und Spinnen gibt….aber das Problem hatte ich nur bei Dunkelheit! Auch beim duschen am Brunnen in Kleidung (Badeanzug ist nicht drin) hab ich mich zunaechst eher ungeschickt angestellt, auch wenn ich so langsam lerne….

Am letzten Abend hat unser Gastgeber uns gebeten uns in seiner Bibel zu verewigen. Das war irgendwie sehr ruehrend, besonders da er mir auch noch sorgfaeltig alte Schuhe repariert und geschent hat, da meine Sandalen gerissen waren.

Auf dem Weg zurueck nach Bacalod sind wir an einer anderen Hacienda vorbei gekommen und waren bei sacadas oder migrant worker, die nicht fest zu einer Hacienda gehoeren, sondern auf der Suche nach Arbeit von Hacienda zu Hacienda ziehen muessen. 65 Menschen haben zusammen in einer einraum Bambushuette gewohnt, konnte mir die Anzahl der Menschen darin gar nicht wirklich vortsellen!

So, entschuldigt die Laenge des Berichtes. Morgen fahren wir nach Panay um dort Silvester zu feiern und dann am ersten dann nach Boracay, eine kleine Insel mit angeblich den schoensten Straenden hier….

Ich hoffe ihr kommt auch alle gut ins neue Jahr und wuensche euch alles Gute fuer 2008!

Maayong Habpon and Merry Christmas!

Dezember 22, 2007

Also jetzt nochmal ein Anlauf: Viel haben wir in den vergangenen Tagen erlebt, haben viele Menschen getroffen und waren ueberall Willkommen!

Gerade haben wir eine Sms erhalten, die stell ich mal nach vorne, soll uns wahrscheinlich ermutigen, beschreibt aber auch erlebtes gut:

Always remember, LIFE is never without a problem, never without difficulty, never without hurtful moments and peace and freedom never without fighting for it“

Das kann man wahrscheinlich interpretieren, wie man will und finden wie man will, auf die Philippinen bezogen, scheint es aber fuer viele Menschen die Wirklichkeit. 

Viele Menschen die wir treffen fuehren einen unbewaffneten Krieg gegen Militaer, Toetungen, Unrecht, Hunger und fuer Schulbildung oder auch einfach nur um zu ueberleben und mit Hilfe einer Art Gewerkschaft einige Rechte, die selbstverstaendlich sein sollten zu erkaempfen und werden teilweise deswegen bedroht.

Die beiden letzten Tage waren wir bei Reis- und ZuckerarbeiterInnen auf einer Hacienda. Erstmal schiel alles wie ein Dschungel-Paradies: Bambushuetten, Palmen, Bananen , Kokosnuesse, lachende Kinder, freundliche Menschen…

Angekommen sind wir mit einem Truck voller Lebensmittel, der an die Menschen vertreilt wurde, da sie an den Auswirkungen des Sturmes leiden.

Bald konnten wir mit den Menschen ins Gespraech kommen. Sie erzaehlten von ihrem Alltag: Sie arbeiten auf einer riesigen Farm und werden im Akkord bezahlt, weit unter dem, was eine familie braeuchte.

Das fuehrt dazu, dass sie sich Geld leihen muessen, manchmal vom Grossgrundbesitzer selber, der so gut wie nie interessenlos ist, manchmal muessen auch die Kinder die Schulden abarbeiten…

Lehnen sie sich zu sehr auf, bekommen sie (wie in einem Fall) keine Arbeit mehr und muessen sich vor dem Militaer fuerchten, da der Landbesitzer Kontakte zu Regierung und Militaer pflegt. Dabei war das Land, welches sie zur eigenen kooperativen Nutzung fordern, ihnen schon zugestanden worden.

Jetzt haben die betroffenen Familien kein Geld fuer einen Arzt oder Medizin, fuer die Tochter die an Hepatitis leidet, und ob die kleineren Geschwister zur Schule gehen koennen, ist taeglich aufs neue vom Geld fuer den Schulweg abhaengig….

Aber auch sonst besuchen die wenigsten Kinder Schulen nach der Grundschule.

Und dennoch gerade hier, hat es uns gewundert und gefreut zu sehen, wie die Menschen sich mehr und mehr ihrer Situation bewusst werden, und sich beginnen zu organisieren.

 Und natuerlich war auch hier bemerkenswert, wie freundlich wir aufgenommen werden und wie froehlich und hoffnungsvoll die Menschen trotz allem sind!

An beiden Abenden fand eine solidarity night statt und die Menschen sangen (besonders Lieder ueber ihre Situation, Frauenrechte etc…),tanzten (Ausdruckstanz) und verkuendeten uns Dank, dass wir sie besuchen und ihre Situation wahrnehmen. Auch wir mussten eine Darbietung zum Besten geben. Es gab “ Die Moorsoldaten“ und „Spaniens Himmel“ , alle hatten sehr viel Spass.

Waehrend unserer letzten Tage in Manila (jetzt sind wir auf Negros, im Moment in Bacolod bei Hannah), wurden wir von einer Gemeinde betreut.

Kirche gehoert hier halt unbedingt dazu. Auch vor den solidarity Botschaften wurde selbstverstaendlich gebetet und die Nationalhymmne gesungen. Fuer mich eher unverstaendlich, verurteilten die Menschen doch ihre Regierung so stark. Die Frage, ob es Menschen gibt, die keiner Religion angehoeren, wurde zumindest auf dem Land gar nicht verstanden.

Aber zurueck zu Manila:

Nach einem Gottesdienst am 4. Advent, bei dem Daniel irgendwann richtig kommentiert ha: „ Jetzt feieren sie eine Party“, sind wir zu einer anderen Gemeinde (mit etwas weniger wohlhabenden Mitgliedern) gegangen. Dort haben wir eine Einfuerhrung ueber die Slums in den Philippinen bekommen und nach einem Krippenspiel, waren wir bei einer Familie in einem Slum eingeladen. Hier gab es fuenf Toechter und einen Enkelsohn. Die Famile ist nach Manila gezogen, um den Toechtern eine Schulbildung zu ermoeglichen, da sie aif dem Land dazu keine Moeglichkeit mehr hatten.

Dies gelingt ihnen auch, aber dafuer leben sie in sehr engen und aermlichen Verhaeltnissen. Aber Daniel und ich haben uns sehr wohl gefuehlt, unter ihnen! (Sie sind auch immer noch besorgt und schreiben SMS ob es uns gut geht!) Auch wenn sie am Anfang fast etwas beschaemt waren uns nicht mehr bieten zu koennen, was uns wiederum beschaemt hat, arbeiten sie doch wesentlich mehr und haerter als wir.

Aber wir hatten einen schoenen Abend mit ihnen, die Toechter bluehten alle richtig auf und wurden fast albern. Wir hatten alle viel Spass!

Am naechsten Tag haben wir die Eltern noch kurz zu iherer Arbeit begleitet, sie verkaufen Brillen und Portemonasies auf dem Buergersteig. Sehr anstrengend, wie wir gemerkt haben!

Am Abend gab es dann von einer Vorschule, die fuer die Kinder des Slums billig gehalten wird, eine Weihnachtsauffeuhrung. Besonders ihr Lied „Happy Birthday Jesus“ geht uns immer wieder im Kopf herum….Weihnachten wird wohl eher eine Party als ein besinnliches Fest!

Die darauffolgende Nacht waren wir in einer philppinischen Mittelstandsfamilie eingeladen, wie es wahrscheinlich auch viele gibt und deren Haus sich nicht wesentlich von unserem Lebensstandard unterscheidet. Der Preis den die Familie  zahlt, ist, dass die Eltern seit die die aelteste Tochter drei ist, im Ausland leben und arbeiten und nur einmal im Jahr fuer zwei Wochen Urlaub kommen. Diese Tochter zieht jetzt wiederum ihre Nichte gross, weil auch deren Mutter im Ausland arbeiten muss (sie selbst arbeitet als Lehrerin). 

Aber auch diese Familie war insgesamt sehr positiv denkend und trotz allem dankbar, dass es ihnen noch so gut geht!!!!

So habe ich hier viel schoene Momente erlebt und bin beeindruckt von der Froehlichkeit und Zuversicht der Menschen, trotz schwieriger Situationen.

Ich muss mich beeilen, um noch einzukaufen und da Internetcafe ist auch viel zu kalt! Daher entschuldigt holprige Grammatik und Rechtschreibung.

Ich wuensche euch allen eine Frohe Weihnachten!

Manila

Dezember 15, 2007

so, fast drei Tage sind wir nun schon in Manila. Fuehle mich mit der Aufgabe eines Blogs (die ich mir selbst gegeben habe) ploetzlich doch ueberfordert, werde es aber mal versuchen…
Am ersten Tag war ich wohl noch ziemlich ueberfordert mit der Stadt, meiner Muedigkeit und der ganzen Situation.

Die Stadt war laut hektisch und ich habe mich kaum getraut alleine auch nur eine Einbahnstrasse zu ueberqueren. Ampeln werden hier eher als Dekoration wahrgenommen und so haben wir uns meistens an BewohnerInnen der Stadt gehaengt, die seelenruhig zwischen den hupenden Autos die Strassen ueberqueren.

Aber mittlerweile entwickeln wir langsam eigene Strategien und (mehr oder weniger) eine eigene Gelassenheit. Auch wenn es manchmal immernoch ungewohnt ist, als Europaeerin angestarrt zu werden. Aber es kommen auch viele lustige Kommentare. (Daniel wird haeufig nach seiner Groesse gefragt!)

Und so gut wie alle Menschen begegnen uns hier mit einem Laecheln.

Heute waren wir auf einer christmas party fuer StrassenbewohnerInnen eingeladen. War sehr schoen, da die Menschen sehr freundlich waren, uns interessiert und herzlich in ihre Runde aufgenommen haben und scheinbar super viel Spass bei Spielen wie „Reise nach Jerusalem“ und gemeinsamen Singen hatten. ( Ich hab beim Spiel sofort verloren, was auch sehr amuesant fuer die Anwesenden war :-) !)

Hatte vorher etwas Sorge, dass ich oder die Menschen dort meine Anwesenheit als sensationluestig wahrnehmen wuerden, diese wurde aber nicht bestaetigt. Ich fand es eher bereichernd mich unterhalten zu koennen und diese Familien in so einer ungezwungenden Athmosphaere zu erleben, da die Wohn- und Lebenssituation vieler hier lebender Menschen mich schon auch etwas ueberfordert hat und ich nicht wusste und nicht weiss, wie ich mit der grossen Armut der ich hier begegne umgehen soll (diese Frage laesst sich wohl auch nicht beantworten!). Noch auf der Fahrt vom Flughafen, kommen wir an Slums vorbei, Blechhuetten, die ueber Muell errichtet sind, der sich in einen Fluss ergiesst, ein bettelnder Teenager, der an die Scheibe klopft, der wohl gut gemeinte Kommentar, ich solle ihn ignorieren, Kinder, die, als wir die ersten Schritte allein in Manila machen, fuer uns singen um so Geld zu verdienen, Familien, die auf der Strasse schlafen und leben…..

Eher erschuetternd empfinde ich auch die mir nicht ganz fremden Berichte ueber, „political killings“ und den vielen MigrantInnen die die Philippinen taeglich verlassen muessen, um im Ausland fuer sich und ihre Familien Geld zu verdienen. Und trotzdem scheinen die Menschen mit denen wir uns bisher unterhalten konnten freudig und hoffnungsvoll zu sein und den Mut nicht auf zu geben.

Von daher sind viele Begegnungen hier auch fuer mich bereichernd und ermutigend.