Also jetzt nochmal ein Anlauf: Viel haben wir in den vergangenen Tagen erlebt, haben viele Menschen getroffen und waren ueberall Willkommen!
Gerade haben wir eine Sms erhalten, die stell ich mal nach vorne, soll uns wahrscheinlich ermutigen, beschreibt aber auch erlebtes gut:
„Always remember, LIFE is never without a problem, never without difficulty, never without hurtful moments and peace and freedom never without fighting for it“
Das kann man wahrscheinlich interpretieren, wie man will und finden wie man will, auf die Philippinen bezogen, scheint es aber fuer viele Menschen die Wirklichkeit.
Viele Menschen die wir treffen fuehren einen unbewaffneten Krieg gegen Militaer, Toetungen, Unrecht, Hunger und fuer Schulbildung oder auch einfach nur um zu ueberleben und mit Hilfe einer Art Gewerkschaft einige Rechte, die selbstverstaendlich sein sollten zu erkaempfen und werden teilweise deswegen bedroht.
Die beiden letzten Tage waren wir bei Reis- und ZuckerarbeiterInnen auf einer Hacienda. Erstmal schiel alles wie ein Dschungel-Paradies: Bambushuetten, Palmen, Bananen , Kokosnuesse, lachende Kinder, freundliche Menschen…
Angekommen sind wir mit einem Truck voller Lebensmittel, der an die Menschen vertreilt wurde, da sie an den Auswirkungen des Sturmes leiden.
Bald konnten wir mit den Menschen ins Gespraech kommen. Sie erzaehlten von ihrem Alltag: Sie arbeiten auf einer riesigen Farm und werden im Akkord bezahlt, weit unter dem, was eine familie braeuchte.
Das fuehrt dazu, dass sie sich Geld leihen muessen, manchmal vom Grossgrundbesitzer selber, der so gut wie nie interessenlos ist, manchmal muessen auch die Kinder die Schulden abarbeiten…
Lehnen sie sich zu sehr auf, bekommen sie (wie in einem Fall) keine Arbeit mehr und muessen sich vor dem Militaer fuerchten, da der Landbesitzer Kontakte zu Regierung und Militaer pflegt. Dabei war das Land, welches sie zur eigenen kooperativen Nutzung fordern, ihnen schon zugestanden worden.
Jetzt haben die betroffenen Familien kein Geld fuer einen Arzt oder Medizin, fuer die Tochter die an Hepatitis leidet, und ob die kleineren Geschwister zur Schule gehen koennen, ist taeglich aufs neue vom Geld fuer den Schulweg abhaengig….
Aber auch sonst besuchen die wenigsten Kinder Schulen nach der Grundschule.
Und dennoch gerade hier, hat es uns gewundert und gefreut zu sehen, wie die Menschen sich mehr und mehr ihrer Situation bewusst werden, und sich beginnen zu organisieren.
Und natuerlich war auch hier bemerkenswert, wie freundlich wir aufgenommen werden und wie froehlich und hoffnungsvoll die Menschen trotz allem sind!
An beiden Abenden fand eine solidarity night statt und die Menschen sangen (besonders Lieder ueber ihre Situation, Frauenrechte etc…),tanzten (Ausdruckstanz) und verkuendeten uns Dank, dass wir sie besuchen und ihre Situation wahrnehmen. Auch wir mussten eine Darbietung zum Besten geben. Es gab “ Die Moorsoldaten“ und „Spaniens Himmel“ , alle hatten sehr viel Spass.
Waehrend unserer letzten Tage in Manila (jetzt sind wir auf Negros, im Moment in Bacolod bei Hannah), wurden wir von einer Gemeinde betreut.
Kirche gehoert hier halt unbedingt dazu. Auch vor den solidarity Botschaften wurde selbstverstaendlich gebetet und die Nationalhymmne gesungen. Fuer mich eher unverstaendlich, verurteilten die Menschen doch ihre Regierung so stark. Die Frage, ob es Menschen gibt, die keiner Religion angehoeren, wurde zumindest auf dem Land gar nicht verstanden.
Aber zurueck zu Manila:
Nach einem Gottesdienst am 4. Advent, bei dem Daniel irgendwann richtig kommentiert ha: „ Jetzt feieren sie eine Party“, sind wir zu einer anderen Gemeinde (mit etwas weniger wohlhabenden Mitgliedern) gegangen. Dort haben wir eine Einfuerhrung ueber die Slums in den Philippinen bekommen und nach einem Krippenspiel, waren wir bei einer Familie in einem Slum eingeladen. Hier gab es fuenf Toechter und einen Enkelsohn. Die Famile ist nach Manila gezogen, um den Toechtern eine Schulbildung zu ermoeglichen, da sie aif dem Land dazu keine Moeglichkeit mehr hatten.
Dies gelingt ihnen auch, aber dafuer leben sie in sehr engen und aermlichen Verhaeltnissen. Aber Daniel und ich haben uns sehr wohl gefuehlt, unter ihnen! (Sie sind auch immer noch besorgt und schreiben SMS ob es uns gut geht!) Auch wenn sie am Anfang fast etwas beschaemt waren uns nicht mehr bieten zu koennen, was uns wiederum beschaemt hat, arbeiten sie doch wesentlich mehr und haerter als wir.
Aber wir hatten einen schoenen Abend mit ihnen, die Toechter bluehten alle richtig auf und wurden fast albern. Wir hatten alle viel Spass!
Am naechsten Tag haben wir die Eltern noch kurz zu iherer Arbeit begleitet, sie verkaufen Brillen und Portemonasies auf dem Buergersteig. Sehr anstrengend, wie wir gemerkt haben!
Am Abend gab es dann von einer Vorschule, die fuer die Kinder des Slums billig gehalten wird, eine Weihnachtsauffeuhrung. Besonders ihr Lied „Happy Birthday Jesus“ geht uns immer wieder im Kopf herum….Weihnachten wird wohl eher eine Party als ein besinnliches Fest!
Die darauffolgende Nacht waren wir in einer philppinischen Mittelstandsfamilie eingeladen, wie es wahrscheinlich auch viele gibt und deren Haus sich nicht wesentlich von unserem Lebensstandard unterscheidet. Der Preis den die Familie zahlt, ist, dass die Eltern seit die die aelteste Tochter drei ist, im Ausland leben und arbeiten und nur einmal im Jahr fuer zwei Wochen Urlaub kommen. Diese Tochter zieht jetzt wiederum ihre Nichte gross, weil auch deren Mutter im Ausland arbeiten muss (sie selbst arbeitet als Lehrerin).
Aber auch diese Familie war insgesamt sehr positiv denkend und trotz allem dankbar, dass es ihnen noch so gut geht!!!!
So habe ich hier viel schoene Momente erlebt und bin beeindruckt von der Froehlichkeit und Zuversicht der Menschen, trotz schwieriger Situationen.
Ich muss mich beeilen, um noch einzukaufen und da Internetcafe ist auch viel zu kalt! Daher entschuldigt holprige Grammatik und Rechtschreibung.
Ich wuensche euch allen eine Frohe Weihnachten!
Dezember 26, 2007 um 9:52
Ein fröhliches hej auf die Philippinen,
wollte darauf antwortend euch auch schöne Weihnachten wünschen, was ja etwas aufregender zu sein scheint als bei uns (da bin ich aber auch nicht unfroh drüber
).
Bin froh, dass ich Daniel nicht Moorsoldaten singen hören musste, da läuft es mit dem Weihnachtsrotz sicherlich besser…
Grüße an meinen Lieblings-Checker („Achja!!?“), Hannah und unbekannterweise an Farina.