so, fast drei Tage sind wir nun schon in Manila. Fuehle mich mit der Aufgabe eines Blogs (die ich mir selbst gegeben habe) ploetzlich doch ueberfordert, werde es aber mal versuchen…
Am ersten Tag war ich wohl noch ziemlich ueberfordert mit der Stadt, meiner Muedigkeit und der ganzen Situation.
Die Stadt war laut hektisch und ich habe mich kaum getraut alleine auch nur eine Einbahnstrasse zu ueberqueren. Ampeln werden hier eher als Dekoration wahrgenommen und so haben wir uns meistens an BewohnerInnen der Stadt gehaengt, die seelenruhig zwischen den hupenden Autos die Strassen ueberqueren.
Aber mittlerweile entwickeln wir langsam eigene Strategien und (mehr oder weniger) eine eigene Gelassenheit. Auch wenn es manchmal immernoch ungewohnt ist, als Europaeerin angestarrt zu werden. Aber es kommen auch viele lustige Kommentare. (Daniel wird haeufig nach seiner Groesse gefragt!)
Und so gut wie alle Menschen begegnen uns hier mit einem Laecheln.
Heute waren wir auf einer christmas party fuer StrassenbewohnerInnen eingeladen. War sehr schoen, da die Menschen sehr freundlich waren, uns interessiert und herzlich in ihre Runde aufgenommen haben und scheinbar super viel Spass bei Spielen wie „Reise nach Jerusalem“ und gemeinsamen Singen hatten. ( Ich hab beim Spiel sofort verloren, was auch sehr amuesant fuer die Anwesenden war
!)
Hatte vorher etwas Sorge, dass ich oder die Menschen dort meine Anwesenheit als sensationluestig wahrnehmen wuerden, diese wurde aber nicht bestaetigt. Ich fand es eher bereichernd mich unterhalten zu koennen und diese Familien in so einer ungezwungenden Athmosphaere zu erleben, da die Wohn- und Lebenssituation vieler hier lebender Menschen mich schon auch etwas ueberfordert hat und ich nicht wusste und nicht weiss, wie ich mit der grossen Armut der ich hier begegne umgehen soll (diese Frage laesst sich wohl auch nicht beantworten!). Noch auf der Fahrt vom Flughafen, kommen wir an Slums vorbei, Blechhuetten, die ueber Muell errichtet sind, der sich in einen Fluss ergiesst, ein bettelnder Teenager, der an die Scheibe klopft, der wohl gut gemeinte Kommentar, ich solle ihn ignorieren, Kinder, die, als wir die ersten Schritte allein in Manila machen, fuer uns singen um so Geld zu verdienen, Familien, die auf der Strasse schlafen und leben…..
Eher erschuetternd empfinde ich auch die mir nicht ganz fremden Berichte ueber, „political killings“ und den vielen MigrantInnen die die Philippinen taeglich verlassen muessen, um im Ausland fuer sich und ihre Familien Geld zu verdienen. Und trotzdem scheinen die Menschen mit denen wir uns bisher unterhalten konnten freudig und hoffnungsvoll zu sein und den Mut nicht auf zu geben.
Von daher sind viele Begegnungen hier auch fuer mich bereichernd und ermutigend.